KONZERTBERICHT: LEONIDEN @ E-WERK

Von Sarah Weinberg | 19. März 2025

Im Herbst und Winter 2024 tourten Leoniden mit ihrem aktuellen Album "Sophisticated Sad Songs" quer durch Deutschland und Teile Europas. Von Ende Februar bis Mitte März 2025 führte die Band aus Kiel ihre Tour in weiteren deutschen Städten fort. Am 12. März machten sie im E-Werk Erlangen Halt.

Foto: (c) Sarah Weinberg
Foto: (c) Sarah Weinberg

Als Support darf das Publikum an diesem Abend KÄSSY lauschen. Die Sängerin, die ebenso Instrumentalistin, Produzentin und Performerin ist, präsentiert manchmal mit und manchmal ohne E-Gitarre ihre außergewöhnlichen Songs. Mit vielen Beats, Synthesizer-Sounds (die von ihrem Live-Kollegen auf der Bühne beigesteuert werden), Gitarrenklängen und teilweise verzerrter Stimme fügen sich die Songs zu einem energievollen, halbstündigen Auftritt zusammen. Die Künstlerin erntet dementsprechend lauten Applaus und bleibt sicherlich vielen Besucher:innen im Gedächtnis.

 

Im vergangenen Oktober waren wir bereits in München und konnten uns ein Bild dieser Leoniden Tour machen, die nun in die zweite Runde ging. Trotz gleicher Setlist fühlt sich dieser Abend keinesfalls nach dem gleichen Konzert an, denn eine Leoniden Show lebt von Abwechslung und Spontanität. Schon zu Beginn des Konzerts sorgen lange, goldene Luftschlangen für einen Highlight-Moment. Weitere Luftschlangen sollten folgen, die sich im Publikum durch Moshpits und tanzende Menschen schnell verteilen und den Saal somit durchweg glitzern und funkeln lassen. Die beeindruckende Lichtshow dieser Tour verstärkt nicht nur die Wirkung der einzelnen Songs, sondern sorgt auch dafür, dass das Publikum im E-Werk in den Bann der Band gezogen wird. So bleibt keine Zeit zum Durchatmen; und die rund 100-minütige Show fühlt sich gleichzeitig wie ein kurzer Augenblick und ein ganzer Tag an. Auf der Bühne bleibt es nie ruhig - denn die Band nutzt jeden Zentimeter, um mit oder ohne Instrumenten das Maximum an Energie und Spaß herauszuholen.

Es dauert manchmal nur einen Wimpernschlag und die Band wird nicht nur in neues Licht getaucht, sondern ändert auch schlagartig Positionen und Performance. Die Besucher:innen werden regelmäßig in die Show integriert: Ob zum Mitsingen ins Mikrofon oder zum gemeinsamen Springen von links nach rechts und wieder zurück. Blickt man nur für wenige Sekunden mal nicht auf das Geschehen auf der Bühne, kann es auch durchaus sein, dass man Sänger Jakob plötzlich mitten im Publikum wiederfindet. Dort gibt er auf einem weißen Klavier den Song "Blue Hour" zum Besten; die Menschen setzen sich und verstärken die verträumte Atmosphäre mit Handylichtern. Danach singen alle zusammen den Backstreet Boys Klassiker "I Want it That Way" und Oasis' "Wonderwall". Man kann diesen Moment durchaus als "magisch" bezeichnen, denn so fühlt es sich an, wenn Musiker, Klavier und Publikum miteinander verschmelzen. Danach geht es genauso actionreich weiter wie vorher; zum Beispiel wenn sich Sänger Jakob und Synthesizer-Spezialist Djamin ein Trommel-Battle liefern. Das Publikum scheint endlosen Spaß zu haben - wie die Band selbst.

 

Sichtlich glücklich und erschöpft verneigt sich die Band nach mehr als eineinhalb Stunden vor dem Publikum, formt Hand-Herzen und winkt der Menge grinsend zu. Genauso glücklich sind auch die Menschen im Saal des E-Werks, die die Band mit tosendem Applaus verabschieden. Leoniden Konzerte scheinen die maximale Menge an Energie, Leidenschaft, Herzblut und Spaß zu kombinieren, lassen das Publikum erfüllt zurück und füllen jeden Raum mit purer musikalischer Magie.

Foto: (c) Sarah Weinberg
Foto: (c) Sarah Weinberg